Buchtipps für social media und Onlinemarketing

Auch wenn Bücher im Bereich Social Media und Onlinemarketing schnell veralten, geht es nicht ganz ohne. 2017 gab es einige interessante Neuerscheinungen; drei davon möchte ich heute vorstellen. Ganz unterschiedliche Themen, aber alle sehr gut.

Crashkurs Social.Local.Mobile-Marketing von Felix Beilharz (Haufe Verlag)

Dieses Buch möchte ich wirklich jedem Einzel- und Kleinunternehmer ans Herzen legen, der sich für 2018 mehr und besseres Online-Marketing auf die ToDo-Liste gesetzt hat. Hier habt ihr die wirklich wichtigen Bausteine kompakt und verständlich zusammengefasst.

Der erste Teil dreht sich um Social-Media-Marketing. Nach einer kurzen Vorstellung der relevanten Plattformen, geht es vor allem um das Thema: Wie entwickle ich eine eigene Social-Media-Strategie? Während technische Details zu Plattformen ja schnell veralten, ist eine Social-Media-Strategie der Dreh- und Angelpunkt. Checklisten und Arbeitshilfen, die als Download zum Buch angeboten werden, erleichtern hier die Umsetzung für das eigene Unternehmen. Nach der Theorie folgen noch hilfreiche Praxistipps für die einzelnen Kanäle mit Fallbeispielen.

Der zweite Teil behandelt lokales Online-Marketing und damit vor allem lokale Suchmaschinenwerbung und Suchmaschinenoptimierung sowie Bewertungsplattformen. Aus diesem Kapitel konnte ich für mich sehr viel mitnehmen, sowohl an theoretischem Wissen als auch Tipps für die praktische Umsetzung.

Um mobiles Online-Marketing dreht sich alles in Teil 3. Hier findet der Leser Antworten auf die Fragen, worauf man bei mobilen bzw. responsiven Webseiten achten muss, wie es mit der Conversion-Optimierung mobil ausschaut und was bei der Suchmaschinenoptimierung zu beachten ist. Auch wichtig: Mobiles Marketing mit WhatsApp, Messenger und Apps.

Die thematische Dreiteilung des Buches finde ich sehr sinnvoll. Bei unter 300 Seiten kann kein Kapitel ein Thema bis ins Detail abhandeln, muss es auch gar nicht. Hier ist die Zielstellung ganz klar: einen Überblick und praktische Tipps geben. Das ist gerade für die Leser hilfreich, die sich bisher nicht so intensiv mit den Themen auseinandergesetzt haben und denen die Zeit fehlt, sich detailliert in die Theorie einzuarbeiten – das dürfte auf viele zutreffen. Der Autor kommt schnell auf den Punkt und gibt konkrete Umsetzungstipps, von denen lokale Unternehmen profitieren können.

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Growth Hacking von Tomas Herzberg & Sandro Jenny (Rheinwerk Verlag)

Growth Hacking von Tomas Herberger & Sandro Jenny„Bitte was?“, so war mein erster Gedanke, als ich den Buchtitel las. Meine Assoziationen zu Hackern und Co brachten mich nicht spontan auf die Idee, dass dieses Buch für mich interessant sein könnte. Ist es aber und der Untertitel hilft dabei: Mehr Wachstum, mehr Kunden, mehr Erfolg – damit kann man ja was anfangen.

Für alle, die wie ich nichts mit dem gefühlten Buzzword anfangen konnten, gibt es zu Beginn natürlich eine ausgiebige Erklärung dazu, was Growth Hacking eigentlich ist, nämlich ein fortwährender Cyclus aus kreativen Marketingideen (Hacks), intensiver Analyse und schneller Anpassung und das immer mit dem Ziel Wachstum im Hinterkopf. 

Neben der Definition und der Vorstellung des Workflows, geben die Autoren auch eine sehr umfangreiche Übersicht über die verschiedenen Touchpoints während der Customer Journey, an denen Hacks ansetzen können: Akquise, Aktivierung, Kundenbindung, Empfehlung, Monetarisierung. Die Struktur passt und durch einen lockeren Schreibstil liest sich das Buch sehr flott.

Bin ich nach der Lektüre nun ein Growth Hacker? Nein, ich denke nicht. Das mag zum einen daran liegen, dass ich mich nicht mehr oder noch nie als Start Up gesehen habe und vielleicht auch einfach ein bißchen zu alt bin. Auch kann ich mit der absoluten Fokussierung auf Wachstum persönlich nicht viel anfangen. Trotzdem habe ich vieles aus dem Buch mitgenommen. Die Denkweise ist interessant und lässt einen schon einiges überdenken. Die vorgestellten Ideen sind eine gute Sammlung, aus der sich einiges umsetzen lässt. Sehr hilfreich ist auch die Toolsammlung am Buchende – da lohnt sich das stöbern.

Einziger Kritikpunkt: Bei der Vorstellung der einzelnen Hacks war es mir dann doch ein bißchen zu kreativ und zu viel Hack. Für jede Marketing-Idee wählten die Autoren eine sehr kreative Überschrift. Über Seiten reihen sich Hacks mit den Namen „Öl ins Feuer“, „Bill Murray“ oder „Cool, das geht“. Das liest sich gut, ist witzig, aber leider nicht immer verständlich. So hatte ich beim Suchen nach einer bestimmten Stelle echt das Problem, dass ich sie über das Inhaltsverzeichnis nicht finden konnte, weil ich Überschrift und Inhalt nicht mehr zusammenbringen konnte. Da hätte etwas weniger Kreativität für mich ein besseres Nutzererlebnis geschaffen.

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Content Marketing - Das Workbook von Ines Eschbacher (mitp Verlag)

Content Marketing Workbook von Ines EschbacherBücher sind super und ich liebe es, mir beim Lesen Stellen zu markieren oder etwas an den Rand zu kritzeln. Leider ist der Platz in meinem Arbeitszimmer begrenzt und daher landet doch das eine oder andere e-Book auf meinem Reader. Das war bei diesem Buch echt ein Fehler! Wieso? Der Titel Workbook lässt es schon vermuten: Hier geht es gerade darum mit dem Buch zu arbeiten und das geht mit Papier einfach besser als auf dem Tablet. Also mein Tipp: Unbedingt die Papierausgabe kaufen!

Ansonsten war der Kauf aber alles andere als ein Fehler – im Gegenteil! Das Buch ist wirklich klasse und fällt in seiner Art aus dem Rahmen. Das ist kein trockenes Fachbuch, das Buch macht Spaß, motiviert, ist schön aufgemacht, gut zu lesen und liefert fundiertes Wissen – was will man mehr?

Im ersten Teil geht es um die Vorbereitung der Content-Erstellung: Was macht meine Marke aus? Was habe ich zu erzählen? Was will ich erreichen? Wen will ich erreichen? Diese Fragen bleiben nicht in der Luft stehen, sondern man hat die Antworten schwarz auf weiß, wenn man das Buch richtig durcharbeitet. Nach den einzelnen Abschnitten heißt es immer „Du bist dran!“, eine Content-Challenge in mehreren Schritten. Arbeitsblätter zum Download helfen hier bei der praktischen Umsetzung.

Content-Planung ist das Thema von Teil 2: Wie erstellt man einen Themenplan? Welche Content-Formate gibt es? Welchen Content braucht man entlang der Customer Journey? Am Ende wird aus dem eigenen Themenplan ein richtiger Redaktionsplan!

Nun wird es konkret, d.h. der Plan wird umgesetzt, Content-Erstellung steht in Teil 3 auf dem Programm. Hier geht es um gute Web-Texte, Storytelling, Textarten, den gesamten Schreibprozess von der Recherche bis zum Lektorat. Content ist aber nicht nur Text, sondern auch visueller oder Audio-Content und der kommt nicht zu kurz im Buch.

Der Content ist fertig, nun heißt es: Content-Distribution und zum Ende hin: Content-Controlling, also Messen, analysieren und optimieren. Fertig ist der Content-Zyklus!

Dieses Buch ist wirklich sehr hilfreich für Einzelunternehmer, aber auch größere Unternehmen. Durch das Format kommt man gleich beim Lesen gleich ins Tun. Sehr sympathisch ist, dass es der Autorin nicht um mehr Inhalte geht, sondern um bessere – das können wir in Zeiten der Inhaltsüberflutung alle gut gebrauchen!

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Das waren meine drei Favoriten 2017 – vielleicht ist ja auch was für dich dabei? Hast du ein weiteres Buch, dass dir dieses Jahr besonders gut gefallen hat? Schreib mir gerne deinen Lieblingstitel in die Kommentare!

Das Buch Growth Hacking wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!
Die Rechte an den Abbildungen liegen bei den Verlagen. Vielen Dank, dass ich sie für diese Rezension verwenden durfte.

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